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So, 29.07.07

2.30 Uhr klingelt der Wecker und 4.00 Uhr starten wir in Richtung Leer. Das Wetter ist prächtig - es gießt wie aus Kannen. In unserer Richtung ist niemand unterwegs und so sind wir schon gegen 10.00 Uhr da. Nach kurzer Irrfahrt (Leer hat jede Menge Einbahnstraßen) haben wir die JH gefunden. Wir bekommen Zimmer Nr.7 Eisbär, knapp vorbeigeschrammt an Furzmulde Nr.9 und Oberschnarcher. Felix ist völlig aus dem Häuschen. Wir packen aus, essen mitgebrachten Kartoffelsalat und machen uns anschließend bei strömenden Regen auf die Suche nach dem Bahnhof. Wir geraten mitten in ein Stadtfest. Nach kurzer Ruhepause in der JH suchen wir das Schwimmbad und werden auch fündig. Nach dem Lösen der Eintrittskarten, stellen wir fest, dass nur das Freibad geöffnet ist. Svea und Ines verziehen das Gesicht, sie frieren schon jetzt. Das Wasser jedoch hat eine Temperatur von 24°C und eine Rutsche gibt es und jede Menge Schwimmbretter und Bälle und Reifen. Wir haben jede Menge Spaß. Abends reiten wir noch in einer Pizzeria ein. Felix vertilgt 2 Tomate- Mozarella-Basilikum- und Svea 2 Margarita-Pizzen.

Mo, 30.07.07   4 km gefahren

Der Wecker klingelt 6.45 Uhr, wir müssen uns sputen, der Zug fährt 8.24 Uhr. Frühstück war i.O., den Zug haben wir gerade so geschafft. Momentan sind wir die einzigen mit Fahrrad, doch schon an der ersten holländischen Haltestelle steigen noch zwei zu. Später kommen noch zwei mit Rädern und Hänger. Keine Chance, denken wir. Doch der Schaffner steigt aus und schlichtet so lange bis alles drin ist – eben fahrradfreundlich. In Groningen nehmen wir gleich den bereitstehenden Intercity und sparen uns damit das Umsteigen in Zwolle. In Amersfoort klappt alles wie am Schnürchen und so sind wir 12.15 Uhr in Amsterdam. Das erste was wir sahen war ein Parkdeck mit Massen von Fahrrädern. Auch sonst waren überall Räder zu sehen. Manchmal auch nur noch ein angekettetes Hinterrad oder ein Rahmen.Wir sind auf der Suche nach dem ehemaligen runtergekommenen Kifferhotel. Endlich gefunden Hotel Bryan, Single 51. Einer von den Dasitzenden dreht sich gerade einen Joint. In dem kleinen Empfang sieht es aus wie in einem Serverraum. Leichtes Unwohlsein liegt in der Luft, zumindest bei uns. Wir bekommen den Schlüssel für Nr.4 im Liberty – liegt'n paar Häuser weiter vorn und sieht auch ein bischen schäbig aus, dafür gleich neben dem schmalsten Haus von Amsterdam. Der Fahrradeinstand war etwas anstrengend (sehr steile Treppe), aber besser als draußen. Zimmer militärisch einfach – aber sauber. Wir essen Käse, Wurst und Brot und machen uns auf den Weg zur Grachtenrundfahrt. Angekettete Vespa in Gracht hängend gesichtet. Die Hausboote stellenweise mit sehr schönen Gärten. Anschließend Stadtgang mit Bummel durch Uhren- und Schnodderläden. Coffeeshops gibt es hier wie Sand am Meer. Besonder originell waren die Wasserpfeifenraucher in den halb geöffneten Schaufenstern. Nach Rundgang allgemeine Mattigkeit – Ausruhen angesagt. Stellen jedoch fest, dass alles hier sehr unstressig ist. Autos und selbst Straßenbahnen halten hier für Radfahrer. Auf der Suche nach einer Gaststätte wurde Svea von einer Mexikanerin überzeugt in ihre Kneipe zu kommen. Wir lassen uns alle Boritos mit verschiedenen Füllungen schmecken. Sogar Svea war zufrieden !!! Wir schlenderten noch etwas in die Nacht und kamen bei etlichen Rotlichtetablissements vorbei. Wir sahen noch mehrere ungewöhnliche Radfahrer, der beste war mit einem riesigen Karton auf dem Lenker, mit Handy telefonierenderweise und eine Hundeleine mit Hund am Lenker. Nachtruhe gegen 23.00 Uhr.

Di, 31.07.07    41 km gefahren

Wider Erwarten war die Nacht ruhig und friedlich. 7.30 Uhr aufgewacht, haben wir alles verstaut und standen Punkt 8 Uhr vor'm Bryan Hotel zum Frühstück. War das der Haken ? Keiner zu sehen. Wir rechneten schon mit einem kargen Frühstück, aber nicht damit, dass es nichts gibt. Gegen 8.30 dann ein :“Sorry, it's a little bit later today !“, und servierte uns Brot, Wurst, Butter und Rühreier. War o.K. Da unsere Kinder wahrscheinlich die ersten ihrer Art in diesem Hotel waren, gab es keinen Kakao. Wurde aber prompt in Dosenform besorgt. Die Treppen herunter gingen die Räder besser als hoch und so machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Zug nach Harlem war schnell gefunden und wieder auch mit Rädern unproblematisch. In Harlem mit dem Lift vom Bahnsteig und Dank guter Beschreibung von <> auch fast ohne sich zu verfahren aus der Stadt. Den Fb1 Nordseeküstenradweg erst einmal gefunden, folgten wir der Ausschilderung durch schöne Parks, vorbei an vielen Pferden ... In Süd- Velsen schipperten wir mit der Fähre über den Nordseekanal nach Nord- Velsen. Auch hier die Vorliebe der Holländer für's Fahrrad, denn nur die Autofahrer müssen für die Überfahrt zahlen. Am Ufer angekommen radelten wir durch ein Industriegebiet mit riesigen Hochöfen, doch schon bald führt der Weg an Blumenfeldern vorbei und später ins Dünenreservat. Gigantisch (für Holland) große Dünenberge, übersät mit Sanddorn – „sieht fast südländisch aus“ - meint Felix. Diesmal sehen wir keine Pferde wie in den Kennemerdünen, dafür aber Schafe. Und endlich auch eine idyllische Essgelegenheit „Gasterij Kruisberg“ mit Esel, Ziegen und jeder Menge freilaufender Hühner. Das Essen war köstlich (Eierkuchen mit Apfelfüllung, Schinken, Gemüsesuppe), doch für unsere hängenden Mägen etwas dürftig. Egal, wir stürmen das Buffet heute Abend im StayOkay. Eine Kormorankolonie wird noch gesichtet und wir lesen schon bald auf einem Schild Egmont- Binnen. Die JH wird gesucht und auch gefunden. Nebenan ein Reiterhof. Svea ist hin und weg. Die JH (hier ein StayOkay) ähnelt einem Hotel mit Bar, ordentlichen Zimmern mit Du + WC, schönem Garten. 18.00 Uhr Sturm auf das Essen (leider nur warmes + Salat). Was soll's. Wir haben Hunger und es schmeckt. Die Großen genehmigen sich danach ein Bier. Svea und Felix wollen unbedingt noch an den Strand. Kann man ja verstehen. Der Strand ca. 4 km weg, war breit, sauber mit wunderbarem feinen Sand. Dazu noch tolle Wellen. Die Kinder gehen baden – wir verschieben's auf den nächsten Tag.

Mi, 01.08.07    10 km gefahren

8.15 Uhr aufgewacht. Erstaunliche Ruhe in der JH trotz der vielen Leute. Wir gehen frühstücken. Svea ist entzückt von den kleinen Kartons mit bunten und Schokostreuseln. Der Joghurt wird als lecker befunden. Nach dem Frühstück sucht Uwe einen Supermarkt. Wir dachten schon hier gäbe es sowas gar nicht, denn kleine Läden gibt es in Hülle und Fülle. Der hiesige Supermarkt ist mit Pflanzen bewachsen und nicht schrill und bunt. Ein Mann will Uwe glatt seine 50 Cent für den Einkaufswagen überlassen. Mit Verpflegung für den Tag fahren wir wieder an den Nordstrand. Badetag mit Wellen. Das Wasser ist wärmer als letztes Jahr am Mittelmeer. Uwe ist von der Menge abgestellter Fahrräder am Strand beeindruckt (schwer beeindruckt). Ab und an kommt auch mal jemand mit einem Auto. Zurück zum Stayokay fahren wir am Südstrand vorbei – jedoch als hässlich abgestempelt (große Hotels und garstige Wohnblocks). Abendbrot war O.K. Svea heute mit Rundumschlag. Abends schreiben wir noch Karten.

Do, 02.08.07    37 km gefahren

Wir packen zusammen, heute geht es nach Callantsoog. Dank Felix' Waschaktion am Ankunftstag verstauten wir fast nur saubere Sachen. Frühstück mit Luftsemmeln. Auf geht’s in Richtung Bergen aan Zee. Wetter bestens zum Radeln geeignet – leicht bewölkt. Die Dünen bis Bergen sind einmalig, man kommt sich vor wie im Gebirge. Der Ort selbst gibt nicht viel her und wir fahren weiter in die Dünen von School. Hier blüht die Heide, die Erika, und Je länger Je lieber. Svea plagt der Hunger, der kleine, und wir rasten. Auch stellt Svitsch fest, dass sie so schlecht fahren kann, weil der Sattel noch von Felix so hoch eingestellt war. Nun kommen wir flotter von der Stelle. In Camperduin steht uns eine 5 km lange Strecke am Deich bevor. Der Wind pustet uns ins Gesicht. In Petten müssen wir entlang einer stark befahrenen Straße. Wir haben zwar einen Radweg, aber der Verkehr zerrt an den Nerven. In den Dünen von Callantsoog befindet sich ein Campingplatz - aber wir sind unentschlossen. Zu weit bis zur See. Svea hat genug und will bleiben. Wir steuern dann doch Camping „De Nollen“ an. Der Platz ist ziemlich groß und dementsprechend nicht ganz so gemütlich. Doch wir sind angekommen. Uwe baut das Zelt auf. Der Rest schaut beim Trödelmarkt vorbei. Da unsere Frisbeescheibe in Egmont geblieben ist erwerben wir einen Ball. Felix will seine Ginsengsocken, ist wahrscheinlich etwas hin. Wir beschließen nach Kaffee und Coockies (Kekse) an den Strand zu gehen. War nicht so schön wie der letzte. Die Wellen aber hoch und alle stürzen sich rein. Die Kekse kommen uns hoch – das Wellenspringen fetzt. Zurück am Zeltplatz wollen wir Brot ordern, aber war nicht. 2 einsame Brötchen konnten wir noch habhaft werden. Wir kochen Tomatensuppe und toasten unsere Brötchen. Svea gibt an diesem Abend erst gegen 24.00 Uhr Ruhe, nachdem die letzte Mücke, durch Profikiller Ines, erschlagen wurde. Wir kommen noch mit unseren holländischen Nachbarn ins Gespräch.

Fr, 03,08.07    38 km gefahren

Heute brauchen wir ewig um unser Gepäck zu verstauen, ist jetzt schon viel zu heiß. 11.15 Uhr starten wir. Alle aus unserer Ecke winken uns zum Abschied. In Stolpen geht es über den Nordholland- Kanal und wir sind uns einig, heute kein Camping. Wir fahren jetzt auf der Waddenzee-Route. Sie führt uns an Blumen-, Kartoffel-, Zwiebel- und Getreidefelder entlang. Wir stellen fest, dass es ganz schöne Knochenarbeit ist auf Blumenfeldern zu arbeiten. In Nordholland lässt bei den Autofahrern deutsche Fahrweise grüßen. Wir klauen eine Zwiebel (für Tomatensauce) und Kartoffeln (werden später an Schweine verfüttert). Es ist tierisch heiß. Wir sind unterhalb des Amstelmeerdeiches und ab De Haukes sinkt die Stimmung in den Minusbereich. Wir haben Hunger und wiedermal nichts dabei was dagegen ankämpfen könnte (es erweist sich als schwierig, dass man unterwegs nichts zu kaufen bekommt). Wir entschließen uns bis Hippolytushoef durchzufahren. Der Weg (sehr schön!) schlängelt sich durch eine Schafweide entlang eines Kanals. Wir sichten die erste Frienden op de fiets – Übernachtung. Niemand da. Anrufen bringt auch keine Punkte. Ines besichtigt noch eine andere Bleibe – nicht zufriedenstellend. Felix' Stimmung rast gegen 0 Kelvin. Selbst Eis wird verweigert, als feststand, dass wieder gezeltet wird. In Stroe, gleich hinter'm Deich, schönen gemütlichen Campingplatz gefunden. Und wie sich etwas später rausstellt noch mit ausgedehntem Streichelzoo. Wir bauen unser Zelt auf und gehen essen. Svea zufrieden (Pommes), Uwe + Ines zufrieden (Toast, Ham + Eggs), Felix (eine Krokette gefüllt mit Hühnerfleisch) landet Griff ins Klo – wütend verlässt er den Tatort. Wir sichten die Nordsee hinter'm Deich. Sie zieht sich gerade zurück. Vögel gibt es hier in Massen, besonders Austernfischer und Seeregenpfeiffer. Mit unseren holländischen Zeltnachbarn spielen wir Ball, zumindest mit deren größten Sohn. Die Duschmarken werden eingesetzt und wir kochen Nudeln - hinterher. Svea und Felix entdecken Ringel, Grunz, Schlappohr und Schmusie und Wolle. Schlagartig verbesserte sich die Stimmung. Uwe schläft ohne Verdeck richtig gut bis 7.00 Uhr bis die Nachbarskinder lärmen. Durch die Meernähe ist alles ordentlich nass.

Sa, 04.08.07    52 km gefahren

Heute steht der Abschlussdeich im Programm. Uwe holt in Hippolytushoef Semmeln, Wurst, Milch und Nektarinen ... Wir frühstücken. Svea und Felix kümmern sich um ihren Zoo. Dadurch erst alles trocknen muss, kommen wir wieder erst gegen 11.00 Uhr los. Als erstes entdecken wir eine Muttersau mit 12 Ferkeln. Die müssen ganz neu gewesen sein. In Den Oever mal kurz den Routenverlauf verloren, finden wir uns am Anfang des Abschlussdeiches wieder. Wir stellen uns auf 30 km Autobahn ein. Ist jedoch nicht so schlimm wie befürchtet. Die Spanier, welche neben uns campierten, staunten nicht schlecht, als sie uns noch 2x auf dem Damm begegneten. Auf der Hälfte war Eispause angesagt. Nicht zu glauben, sogar hier gibt es einen Zeltplatz. Bei den Kazematten (milit. Anlagen, übriggeblieben vom letzten Weltkrieg) wurde gerade die Schleuse für Segelboote geöffnet. Wir sind in Friesland angekommen. In Zurich kauften wir endlich Briefmarken für unsere schon geschriebenen Karten, fahren durch eine Schranke und nun immer auf der Wasserseite des Deiches zwischen Schafen entlang. > Ritter Wolle < gesichtet. In Harlingen wartet der Camping Zeehoeve schon auf uns. Sieht recht gemütlich aus. Trekkers Huten gibt es zwei, aber besetzt. Zu Buchen sind sie über die entsprechenden Zeltplätze, erfahren wir dort. Wir Zeltaufbau – die Kinder Umgebung erkunden. Ines auf Einkaufstour und wundert sich, dass sie 17.00 Uhr förmlich rausgeschmissen wird. Später merken wir, dass es ja Samstag ist. Der Aldi, wie bei uns – rechts Kaffee – links Spruts, Wein, Bier ... Beim Brot, wieder ein leeres Regal. Scheint hier immer knapp zu sein. Auf Brotsuche in der Innenstadt einen Bäcker mit leeren Regalen gefunden. Ein Einheimischer verlangt nach einem Brot und so bekommen wir auch eins von Hinten rausgelangt. Zurück auf dem Zeltplatz gibt es Tomatenrührei und genug Brot (lecker mit Mohn) und Ines wird das erste Mal richtig satt. Abends dann nochmal an den Strand. Die Kinder rammeln durch den Schlick und veranstalten eine Wattschlacht. Wir inspizieren schließlich noch das Zentrum von Harlingen. Niedliche Stadt, viele Grachten mit tollen Segeljachten, kleine hübsche Häuser und beleuchtete Brücken. Wieder am Campingplatz angekommen zerfressen uns die Mücken. Uwe überlegt, ob er im Zelt schläft. Aber, nur die Harten schlafen im Garten.

So, 05.08.07    62 km gefahren

Wir bekommen 10 Kaiserbrötchen zum Frühstück – Ines ist schon wieder satt geworden. Unsere Harley- Nachbarn sind, wie Felix, Schweinefans, lernen uns holländisch und packen heute auch zusammen. An den Trekkershutn treffen wir die beiden alten Leute vom Camping Stroe wieder. Wir gehen 10.30 Uhr auf Tour und stoppen das erste Mal an einer hochgehenden Brücke. Es geht am Industriehafen entlang, am Deich durch Schafherden und dann immer durch's heiße Innenland. Ines hat schon nach 10 km die Nase voll. Kurz vor Sint Jacobiparochie legen wir am Straßenrand eine Pause ein und klauen eine Möhre. Im Ort müssen wir wieder vor der Sonne flüchten. Die „Stadt“ ist wie ausgekehrt, doch wir finden ein B&B und bekommen Eis und Kaffee. Die Streckenführung lässt etwas zu wünschen übrig und wir schleppen uns nur noch dahin in Hoffnung auf ein Bett bei Fam. Bierma. Wir fragen uns durch und sind endlich kurz voe Hallum. Da die Streckenführung verändert worden ist, müssem wir wieder etwas zurück bis Hallumhoek ud finden endlich unser Ziel. Frau Bierma und 2 Hunde (Deen+Bess) empfangen uns sehr freundlich. Zimmer sind gemütlich, Frühstücksraum gar zum Kochen geeignet. Aber keine Vorräte und heute ist Sonntag. Bekommen eine Empfehlung für eine Gaststätte in Oude Bildzijl, doch erstmal lassen wir uns O-Saft und Bier aus dem Kühlschrank schmecken. Nach dem Kultivieren (Duschen) steuern wir die Kneipe an. 3 km Radfahren. Wir sitzen gemütlich an einer kleinen Gracht und verspachteln 5 Tomatensuppen, 2 Schnitzel, 1 Eierkuchen und Felix versucht nochmal die gefüllte Krokette. Am Nachbartisch sitzen ein älteres Pärchen Holländer, die nach einem Gläschen Wein in einem alten Alpha Romeo davonfahren. Die beiden, deren Outfit und das Auto passen sehr gut zusammen. Eine Schweizer Familie findet sich auch noch ein, mit der wir ins Gespräch kommen. Gesättigt treten wir unser 3 km Rückfahrt an. Auf den Feldern wird noch fleißig Getreide geerntet. Im B&B glotzen wir noch etwas fern. Auf Arte -> das Boot.

Mo, 06.08.07    0 km gefahren

Unser „Festschwein“ hat Geburtstag. Nachdem Uwe auf Toilette war, sind alle wach. Gestern erbettelten wir noch Teelichter, um Svea einen schönen Geburtstagstisch zu decken. Das Talky-Walky wird gleich ausprobiert. Und dann gleich zu den Hunden Frühstück besteht aus Weiß/ Schwarzbrot, Schinken, Käse, Ei, Schlaghagel (sehr beliebt in Holland), Zwieback, Marmelade und einem leckeren Brot, welches mit Marmelade gefüllt ist. Uwe geht einkaufen, Svea tollt mit den Hunden und kommt von oben bis unten verschlammt wieder. Wir steuern das Schwimmbad in Hallum an und aalen uns in der Sonne. Das brauchen wir heute auch, denn wir sind ausgelaugt. Ausgiebig gebadet, Reis und Paprikaschote wird zum Abendessen serviert. Mit Fam. Bierma, Deen+Bess machen wir eine Abendrunde zu Sam und Lieke sowie über die Felder. Uwe hat es heute schon hinweggerafft. Es kommen noch zwei ältere Damen mit Rad.

Die, 07.08.07    47 km gefahren

Wir stellen fest, dass uns im Bett schlafen nicht bekommt. Uwe hat Genick- Ines Kopfschmerzen. Felix und Svea hatten lauter Mücken. Wir starten nach leckerem Frühstück, mit Bess vor'm Fenster. Die Route führt uns immer am Deich entlang, wir verlieren sie wieder einmal und finden sie erst kurz vor Holwerd wieder. Immer am Deich lang kommen wir nach Wierum, wollen dort Eispause machen und wie ausgemacht, steht dort ein Cafe. Wir genehmigen uns einen Kaffee und Eis für Svea und Felix. Weiter am Deich nach Moddergat. Wir gehen ins Fiskerhuske – ein Fischermuseum. Die Kinder glänzten durch massives Desinteresse. Nun geht es durch nicht enden wollende Polder und über den Deich, welcher Lauwersmeer von der Waddensee trennt. Nach 47 km endlich in Lauwersoog angekommen und auch prompt den Zeltplatz gesichtet. Kaufen im dortigen Supermarkt das Nötigste und kochen unter einer Schutzhütte. Essen diesmal gepflegt im Sitzen. Es beginnt zu regnen. Na toll, wollen doch morgen nach Schiermonnikoog baden. Felix und Svea gehen noch in der Robbengat baden und anschließend alle gemeinsam hektisch duschen (haben nur einen elektronischen Key zum Duschen). Im Zelt lesen wir noch etwas, es regnet jetzt sehr und Uwe begibt sich unter Mückenschutz in den Biwaksack.

Mi, 08.08.07    18 km gefahren

Es schüttet die ganze Nacht und auch früh will es nicht so richtig trocken werden. Zum Glück können wir unter der Schutzhütte frühstücken. Die Kinder brauchen eine Auszeit und lesen Comics. Unsere holländischen Nachbarn (Fam. mit 3 Kindern) sind schon seit 9.30 auf dem Weg nach Schiermonnigkoog – wir fahren 11.30 Uhr und zahlen stattliche 67,00 Euronen dafür. Auf dem Eiland angekommen, fahren wir in Richtung des einzigen Ortes. 3 Schnodderläden, 8 Kneipen, 1 Supermarkt. Betrachten noch kurz den breitesten europäischen Sandstrand und beschließen in Eilabstimmung, wegen des miesen Wetters, den Rückzug anzutreten. Fähre 14.30 Uhr geradeso erreicht und verlassen den wettermäßig ungastlichen Ort. Der Supermarkt in Lauwersoog erweist sich als nicht sehr tauglich. Nebenan werden Fischabfälle verladen (tausend Nasen möcht' ich haben). Supermarkt auf Campingplatz wird von Ines nochmal angesteuert und so gibt es Kaffe und Kuchen. Die Kinder leihen sich je ein Kettcar aus und machen die Umgebung unsicher. Weiter geht’s mit Minigolf und abends zu Essen -> Milchreis. Ines streikt und isst Brot. Heute wird gewürfelt.

Do, 09.07.07    47 km gefahren

Wir packen, wie unsere holl. Nachbarn, zusammen. Sie wollen bis Harlingen – erscheint uns weit. Unsere Tagestour beginnt mit einer schönen Strecke, vorbei an vielen vollhängenden Sanddornsträucher, durch einen Armeeschießplatz in Marneward. Als wir jedoch an der Nordsee herauskommen werden wir stutzig. Wir haben uns vertan. Der letzte Pilzwegweiser war doch glatt verdreht. Aber 'n schöner Weg war's. Wir setzen unseren Weg nach Vierhuizen fort, entgegen dem Wind, der uns heute ins Gesicht pustet. In Broek kommen wir an einem Ziegenhof vorbei und erstehen für 17,00 Eu's 2 Käse (Schaf und Ziege). In Pieterburen besuchen wir die Seehunde – Auffangstation. Echt drollig, wie die einen mit ihren Knopfaugen anschauen. Am niedlichsten war der Seehund, der schlief, und regelmäßig hochkam und wieder absackte. Felix und Svea essen Appeltaart – lecker. Überhaupt ist Pieterburen ein gemütliches Örtchen. Ines würde gern hier zelten, der Camping sieht gut aus. Doch wir fahren noch bis Warffum. Der Streckenverlauf ist wieder sehr schön abwechslungsreich. Wir warten die ganze Zeit auf die nicht hängertaugliche Brücke. Kurz vor Warffum verlieren wir wieder die Strecke und fahren garstige Straße. Felix und Ines sichten die 2 vorhandenen Zeltplätze. Breede wird als gut ausgewählt. Ines sucht verzweifelt einen Supermarkt, weil sie nicht nochmal bei dem Gegenwind los will. Die restliche Familie (außer Felix -> Wutanfall) baut Zelt auf. Ines bringt Fleisch vom Einkauf mit. Das Zwembad ist für die Camper von 18.30-20.00 Uhr kostenlos zu benutzen. Wir stürzen uns in die kalten Fluten. Anschließend gibt es Hühnerfilet und Champignonsuppe – alle sind begeistert. Selbst Svea ist nicht zu bremsen und stürzt sich förmlich darauf. Dieser Zeltplatz ist halbwegs mückenfrei, dafür ist gleich eine Kirche nebenan – Bayern lässt diesmal grüssen. Hasen wie auf dem anderen Zeltplatz in Lauwersoog (6 bis zur Toilette) sind auch nicht vorhanden. Im Zelt wird noch eine Runde gewürfelt. Draußen pustet ein kühler Wind.

Fr, 10.08.07    54 km gefahren

Uwe schläft wie ein Murmeltier bis 8.45 Uhr – endlich mückenfrei. 9.00 Uhr klingelt das Bäckerauto und wir erwerben Kaiserbrötchen. Im Abbauen sind wir heute fix. Nach kurzem Plausch mit unseren Nachbarn über Liegeräder sind wir wieder On Tour. Wir fahren zwischen Noordpolderkanaal und Middendijk, der Wind macht uns auch heute zu schaffen. Uwe unternimmt kurzen Ausflug nach Noordpolderzijl (kleinster Hafen der Niederlande). Der Rest hat wegen des Gegenwindes keinen Bock. Zum Hafen bei Gegenwind nicht schneller als 18 km/h geschafft. Rückzu dafür glatte 36 km/h. Wir sehen auch hier herrschaftliche Höfe mit Bauernhortensien, englischen Rasen, Blutbuchen, teilweise mit Wassergraben – erinnert manchmal an England. In Uithuizen besichtigen wir die Menkemaborg. Sie ist von Wasser umgeben mit tollem Klostergarten. Gemüse, Blumen, Rosenbogen, Buchseinfassungen. Wir vergehen uns wieder am Mundraub, wir klauen Birnen und probieren das Labyrinth. Die Kinder sind schneller drin, wir brauchen Hilfe, aber heraus schleichen sie hinter uns her. Eis- und Kaffeepause im ehemaligen Pferdestall und weiter geht’s. Die Route ist wieder gut ausgeschildert, führt aber in eine völlig andere Richtung. In Spijk gelangen wir wieder auf unsere LF10a und bemerken gleich am Ortseingang so einen ungewöhnlichen Nadelbaum. Wir quatschen die Besitzerin an, erfahren, dass es ein Affen- oder Schlangenbaum ist und erhalten Zapfen und Absenker. Weiterfahrt nach Bierum – sehr schöner Ort. Svea möcht wieder Appeltaart essen, doch die anderen wollen in Delfzijl ankommen. Wir haben Rückenwind, d.h. es wird warm, man denkt es ist windstill und kommt ordentlich voran. Nur Svea trödelt – sie kaut ihre gemopsten Möhren. Ortseingang Delfzijl. Das erste Mal in Holland sehen wir hässliche Hochhäuser. Ines hat so ein ungutes Bauchgefühl, welches sich am Emshotel bestätigt. Nicht nur die JH gibt' s nicht mehr, auch der Campingplatz wurde platt gemacht. Delfzijl hat innerhalb weniger Jahre, auf Grund von Erdgasvorkommen in der Nordsee, einen Bauboom über sich ergehen lassen müssen, weil die Einwohnerzahl um's Doppelte angestiegen ist. Mit uns suchen weitere 4 Radfahrer mit Gepäck eine Unterkunft. Der nächste Zeltplatz wäre in Appingedam (6 km) oder Tormunterzijl (10 km). Wir landen, wie die anderen auch, am Bahnhof im Hotel >Du Bastion< für 75 Euronen das Doppelzimmer. Wir irren etwas in der Stadt umher – im Radführer steht : „...gemütliches kleines Städtchen.“ - muss aber schon 'ne Weile her sein. Uwe und die Kinder stillen den ersten Hunger mit vorzüglichen Apfeltaschen aus einer Konditorei. Die Kneipen laden auch nicht gerade zum Verweilen ein. Das einzig Gute, wir haben hier einen sehr schönen Kühlschrankmagneten erstehen können. Landen zum Abendessen in unserem Hotel. Uwe und Felix essen Kipp und Ines Rinderfilet. Svea in alter Manier Herumstochern im Wrap mit Gemüse der Saison. Vorher gab's noch Tomatensuppe. Felix und Svea nutzen die Gunst der Stunde zum Fernsehen, bevor es in die Falle ging.

Sa, 11.08.07    36 km gefahren

Wachen im Hotel mit Kopf- und Schulterschmerzen auf. Betten sind eben doch nichts für uns. Das Frühstück ist lecker, wir fressen förmlich. Nachdem wir 224 Euronen gelöhnt haben, auf in Richtung Nieweschans. Einkauf für den Tag im Albert Heijn- Supermarkt. Der Weg führt heute über Termunterzijl und für lange 10 km durch Felder, die gerade mit Gülle bedacht wurden. Unsere Strecke kommt uns richtig läppisch vor. Nur 36 km, dazu noch Rückenwind. In Nieweschans angekommen, suchen wir den Zeltplatz. Die seit April hier campende Zeltplatzoma weist uns den besten Platz zu. Toilette und Dusche sind hier ungenügend. Ines würde gern weiterziehen, aber der Ort ist niedlich. Wir gehen Apfelkuchen essen. Die Holländer scheinen die Gemütlichket gepachtet zu haben. Sitzen und erzählen, auch wenn sie nichts mehr verzehren. Wir fahren durch den Ort. In einer kleinen Kirche ist ein Cafe eingerichtet – leider den Foto vergessen! Am Zelt kochen wir Ratatouille + Reis, es gibt Schokoladenvla (Pudding). Die Zigeuner, eine Truppe Sinti, die sich hier zur Geburtstagsfete eingefunden haben, sind wider Erwarten ausgesprochen ruhig. Wir gehen zum Fußballturnier, Spijk gegen Nieweschans. In der Halbzeit erfahren wir von der Zeltplatzoma, dass wir Zeltnachbarn aus Thüringen bekommen haben. Die würden vom Dialekt zu uns passen. Tatsächlich stammen die 3 (Studenten+Studentin) aus Greiz. Wir kommen ins Plaudern. Sie waren von der Zugfahrt mit Rädern in Deutschland nicht sehr angetan – eben nicht Holland. Wir sind ein wenig wehmütig, den unser Zeit ist fast abgelaufen, wogegen die drei erst am Anfang sind. Ein kleines Feuerchen zum Abschluss des Abends und wir stellen fest, dass selbst dieser Zeltplatz sein Gutes hat, noch dazu für 12,50 Euro. Das Duschen fällt heute mal aus und gehen, wie immer für die Kinder, zu spät ins Bett.

So, 12.08.07    32 km gefahren

Unsere letzte Tour ist undramatisch. Wir fahren nach ca. 0,5 km über die Grenze. Wir merkten es nur, weil die Route plötzlich endete und die Beschilderung auf ziemlich kleinen Schildern, die man oft suchen musste, fortgesetzt wurde. Dafür ist die Werbung wieder riesengroß und schrill. Auch mit den abgesenkten Bordsteinen ist es nicht mehr ganz so. Das Grüßen auf dem Fahrradweg lässt auch merklich nach. In Holland wurde uns gar aus der Wohnstube zugewunken (zugewinkt). Na wir Deutsche sind halt doch muffeliger. Bei der Ankunft in Leer ist die JH verschlossen. Bürozeiten 17-19 Uhr. Wir stellen Tisch und Stühle unter einen Maulbeerbaum und vertilgen unsere Rester. Taschen ins Auto und ab ins Freibad. Ecke Ubo-Emmius-Str. / Hajo-Unken-Str. Wir kennen uns bestens aus. Das Bad ist heute gut besucht, finden trotzdem genügend Platz zum Toben. Gegen 18.00 Uhr finden wir uns in der JH ein, Felix findet die Herbergsmutter heute noch muffeliger. Wir bekommen Zimmer 2 „Entenhausen“, beziehen schnell Betten und ab zu Jonnys Pizza. Wir speisen delikat für nur 25 Euronen, Svea kurz vor'm Abklappen. In „Entenhausen“ fällt Felix sofort ins Bett, Uwe verstaut die Räder auf dem Auto. Wir entdecken noch eine interessante Zeitschrift „Welt des Wissens“ und schmökern, bis wir später im Zimmer noch auf Mückenfang gehen müssen. Wir schlafen mit geschlossenem Fenster.

Mo,13.08.07    Räder sind schon verstaut    gesamt 478 km

Punkt 8 werden wir vom poldernden Wäschewagen geweckt. Auch das Frühstück ist eher hektisch. Von 8- 9, man hat zu tun fertig zu werden. Svea schlägt sich den Bauch mit grünem Wackelpudding und Vanillesoße voll. Wir sitzen noch eine Weile rum und trinken unseren Kaffee, wodurch man Zeitung lesen kann. Unser Ziel ist heute noch ein Spielzeugladen, welcher schon vor 2 Wochen von den Kindern entdeckt worden war. Svea wusste ganz genau wie man dort hin kommt. Sie erwirbt ein Schleich- Pferd, Felix eine Plüschratte.

Ab geht’s auf die Autobahn. Es gießt wieder wie aus Kannen.



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