Wappen von Sardinien

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Bucht bei Porto Cervo Eigentlich sollte man in den heißen Monaten Juli/August auf Sardinien keine größeren Radtouren unternehmen. Aber es ist ja noch nicht Juli (Fr, der 28. Juni) - dafür eine Hitzewelle - 38 Grad Celsius am Strand (im Hinterland legt das Thermometer noch 3 bis 4 Grad zu) und kein Lüftchen bewegt sich. Ich weiß jetzt um die Bedeutung die Küste der Steinreichen und der schönen Ausblickedes Wortes "Siesta". Lethargisches Rumsitzen und warten, dass sich die Mittagshitze verzieht. Selbst zum Faulenzen hat man keinen Bock. Nach einer Woche Akklimatisierung das erste erfrischende Lüftchen und Wolken, welche den erbarmungslos brennenden Stern in die Schranken (bzw. Schatten) wiesen. Was lag näher als der Costa Smeralda (Smaragdküste - wegen der vielen Grünschattierungen des Wassers) einen Besuch per Rad abzustatten. Wir (Ines - die beiden Kinder Felix und Svea - meine Wenigkeit) hatten uns eine Strecke im Nordosten der Insel ausgesucht. Zuerst das bergige Innenleben, dann die Küste.

4 km vor San Pantaleo, nach einem leichten Anstieg (die family stöhnte schon leicht) verschandelten wir parkenderweise mit unserem Pkw die reizvolle Landschaft. Weiter in Richtung Baja Sardinia. Atemberaubende Felsmasive, Schluchten taten sich auf. Berg- und Talfahrten wechselten sich ab (logischerweise). Wir hatten Glück mit der Sonne, welche sich ziemlich oft hinter Wolken versteckte. Beim erstbesten Ristorante mussten wir einen Gelato-Stopp (Eisessen) einlegen. Felix und Svea entdeckten riesige Krebse und anderes Krabbelgetier in einem Aquarium, welche auf ihren Verzehr warteten. Kurz vor Bajo Sardinia radelten wir weiter nach Porto Cervo, der ja schon die Costa Smeralda repräsentiert. Dort einen Abend in der Diskotek verbringen bedeutet eine Woche arbeiten zu müssen, für mich jedenfalls. Also nur mal kurz einen kleinen Blick riskiert. Außerdem hatten wir urplötzlich ein Problem der größeren Art. Es gab fast keine Wolken mehr und die Uhr zeigte 11.15 Uhr, was bedeutete, dass es sehr schnell sehr heiß werden würde. Die Suche nach einem Strandzugang für's gemeine Volk erwies sich als etwas zeitaufwändig - aber bei Piccolo Pervero fanden wir eine kleine Perle an der Smaragdküste. Ein richtiger kleiner Ministrand gleich neben dem Pepero Club. Hier gilt: sehen und gesehen werden. Eleganz und gehobene Atmosphäre machen den Club zu einem Muss für die Noblesse.Piccolo Pervero
Also wir mussten auch, und zwar uns in den Schatten begeben, wo wir dann überein kamen, dass ich allein den Rest weiterfahre und das Auto hier her hole. Zustimmendes Nicken von Seiten der Kinder. Nach zwei Stunden Hitzepause (was anderes war es nicht) legte ich mich auf meinem Rad zurecht und ab ging es. Beim ersten Berg schon überkam mich ein nicht sehr gutes Gefühl. Schlagartig verließen mich die Kräfte. Und das alles nur der Hitze wegen. Bei den Abfahrten, die sehr schön erfrischend waren sammelte ich wieder neue Kräfte. Hin und wieder, wenn ein Baum am Straßenrand seinen Schatten auf die Fahrbahn warf, fand ich mich dort ein und fühlte mich wie eine weggeworfene Aktentasche. Na irgendwie schleppte ich mich die restlichen 14 km und war froh, dass ich nur mit mir zu tun hatte und nicht noch mit dem Rest der Familie. Beladen mit frischem Mineralwasser (hatte die letzten Reserven mitgenommen) kehrte ich nach Piccolo Pervere zurück, wo sich meine drei im Muschel- und Bernsteinsammeln die Zeit vertrieben. Somit hatte unser 40 km - Ausflug doch noch ein annehmbares Ende gefunden - für alle Beteiligten.

 

 

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